Südkurier
26.06.2008
Von Andrea Fritz

„Einheitliches Netz als erster Schritt aus der Strahlenbelastung“

Wie Ursula Hochstuhl geht es vielen Menschen. Erst die Nachricht von einem geplanten Mobilfunk-Sendemasten in der Nachbarschaft veranlasste die Ettenkircherin, sich mit dem Thema Hochfrequenzstrahlung kritisch auseinanderzusetzen. Was sie in Erfahrung bringen konnte, alarmierte sie. Um ihre Informationen möglichst vielen Bürgern zugänglich zu machen, gründete sie die Bürgerinitiative "Mobilfunk Ettenkirch".

Dr. Volker Schorpp vergleicht die 'Lautstärke' von Schallwellen mit der von Funkwellen
Dr. Volker Schorpp vergleicht die „Lautstärke“
von Schallwellen mit der von Funkwellen
Foto: Andrea Fritz

Mit einer Unterschriftenaktion ist es der Bürgerinitiative gelungen, die Errichtung eines Mobilfunk-Sendemastens am Bolzplatz in Ettenkirch zu verhindern. Trotzdem kämpft die Bürgerinitiative weiter. Neben offenen und versteckten Funkmasten gibt es längst auch in Ettenkirch Kommunikationsteilnehmer, die sich mit drahtlosem Internet und mobilen Haustelefonen kleine Mobilsender ins Haus holen, ohne sich der Belastung durch diese Geräte bewusst zu sein. Ursula Hochstuhl ist überzeugt, dass dauerhafte hochfrequente Strahlung gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann.

Mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Fast 150 Interessierte waren auf Einladung der Bürgerinitiative in die Ludwig-Roos-Halle gekommen, um einem Vortrag von Volker Schorpp, Physiker und Hochfrequenzingenieur aus Karlsruhe, zu folgen. Er plädiert dafür, die Mobilfunkindustrie zu zwingen, weniger schädliche Techniken einzusetzen. Schorpp ist überzeugt, dass Pflanzen, Tiere und Menschen durch hochfrequente Bestrahlung zu Schaden kommen und beruft sich auf Studien und Fallbeispiele. "Sie sagen im Radio, es gebe keine Hinweise auf die schädliche Wirkung elektromagnetischer Strahlung. Aber wer genau weiß, wo man nicht suchen darf, der findet auch nichts", so Schorpp.

Er machte elektromagnetische Wellen in der Ludwig-Roos-Halle mit Klangexperimenten empfindbar und verglich sie mit Lärmbelastung. Auch die Strahlung von schnurlosen Haustelefonen und Handys machte er mit einem Hochfrequenzmessgerät hörbar. Das Unbehagen wuchs im Laufe der Veranstaltung, zu der die Initiative mit geringem Erfolg auch Gemeinderäte und Bürgermeister eingeladen hatte. "Wir waren der Meinung, dass wir diese Informationen möglichst breit streuen müssen", erklärte Dieter Maute, Sprecher der Initiative. Schorpps erster Lösungsschritt: "Man müsste die Mobilfunkanbieter zwingen, sich auf ein einziges Organisationsnetz für alle Betreiber zu einigen. Damit könnte man die Belastung bei gleichbleibender Qualität drastisch verringern."
Quelle: Südkurier

 

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